3 Kommentare zu “Deutschland schrumpft – Rentensystem in Gefahr

  1. Gesetzliche Rentenversicherung als Generationenvertrag Version 2.0

    Umbau der auf dem Generationenvertrag beruhenden GRV von der rein beitragsgedeckten auf eine auch teilweise kapitalgedeckte Version:

    Wie in verschiedenen Beiträgen bereits dargelegt, kann die gesetzliche Rentenversicherung dauerhaft auf dem heutigen Niveau nicht mehr funktionieren. Dem immer wieder geäußerten Wunsch, hierzu zwangsweise Privatkapital und/oder Erträge von außerhalb des Systems einzusetzen, sollte man unbedingt widerstehen. Erinnern wir uns daran, daß Arbeit und Kapital Produktivität und Gewinn ergibt. Wer Kapital und Erträge mindert, reduziert den Output. Unrealistisches Wunschdenken, soziale Träumerei, sowie die Worte hätte, wenn und aber sind nicht Ding der AFD. Gefragt ist demnach pragmatisches Vorgehen, d.h. konstruktiver Umgang mit Formeln, Zahlen, Erfahrungswerten usw. Unsere Aufgabe ist es daher, das bisherige Objekt aufgrund dessen Mängel in Frage zu stellen, um danach zu einem neuen Ansatz zu gelangen, diesen zu konstruieren, zu bauen, zu betreiben und für weitere Reparaturen offen zu halten, um gegebenenfalls auch spätere Erfordernisse berücksichtigen zu können. Unser diesbezüglich den aktuellen und künftigen Erfordernissen Rechnung tragender Umbau der gesetzlichen Altersversicherungen beinhaltet daher einen Neuansatz bei Haupt- und Stützfunktionen.

    Der Generationenvertrag

    Grundforderung: Neufassung in Form vertraglicher Übernahme gegenseitiger Verantwortung zwischen den Generationen entsprechend der heute bestehenden gesellschaftlichen Situation unter Berücksichtigung der veränderten demographischen Entwicklung.

    Vertrag: Der Vertrag enthält einen Passus zur Generationengerechtigkeit, der bisher unberücksichtigt geblieben war. Vertragspartner, die nicht der für die Vertragserfüllung notwendigen Reproduktions-pflicht nachkommen wollen oder können, erhalten eine um den Faktor X geringere Rente.

    Begründung: Es darf nicht sein, dass voll vertragstreue Versicherte wegen deren Bemühung um Nachwuchs vor wie auch nach Eintritt in den Ruhestand systembedingt benachteiligt werden dadurch, die Alterssicherung auch der Kinderlosen subventionieren zu müssen. Daher ist dringend derjenige Ausgleich im Rentensystem zu schaffen, welcher seinerzeit bereits von Ludwig Erhard gefordert wurde, dann aber leider aus wahltaktischen Überlegungen verworfen wurde. Angesichts der aktuellen und künftigen demographischen Verschiebungen ist dieser bisher unterlassene Lastenausgleich nunmehr vorzunehmen mit Augenmerk darauf, daß Versicherte ohne Kinder als Ausgleich ihrer nur teilweisen Vertragserfüllung dann eben mehr zu ihrer eigenen Alterssicherung beitragen können und müssen in dann allerdings entweder zusätzlichem Beitrag zur GRV und/oder privater Vorsorge. Parallel hierzu erwerben sie jedoch ebenfalls über Pflichtbeiträge eine ihrer nur teilweisen Vertragserfüllung angemessene Grundrente durch die Gemeinschaft. Dieser Ausgleich ist für alle Teilnehmer nur fair. Der oft gehörte Hinweis vorsätzlich Kinderloser, dass die Sorge um Nachwuchs reine Privatsache sei, ist nach den Grundsätzen der Staatslehre absolut unzutreffend, ja geradezu ignorant und zeugt lediglich von egoistisch überbordendem Streben nach Eigennutz. Eine vertragliche Regelung zwischen den Generationen zur gesetzlichen Altersvorsorge erfordert jedoch die soziale Verpflichtung eines jeden Teilnehmers gegenüber der Gesamtgesellschaft.

    Vertragsinhalt: Die zu berücksichtigenden Werte sind Richtwerte. Es gilt das Prinzip, dass die Ausführung für die Zukunft flexibel gestaltbar bleiben muß. Für die Berechnung der Renten sind derzeit im Wesentlichen die Faktoren Höhe der Beitragszahlung und die Anzahl der Beitragsjahre ausschlaggebend. Die Fertilität zählte bisher kaum. Das aber ist angesichts der demographischen Entwicklung jetzt und in Zukunft so nicht mehr tragbar. Die Anzahl der direkten Nachfahren ist daher mit Vorrang in die Berechnung einzubeziehen. Nur die Anzahl der Nachfahren trägt die spätere Last der Rentenfinanzierung durch direkte eigene Beiträge als Arbeitnehmer und Erwirtschaftung der vom Arbeitgeber zu leistenden Beiträge. Die Anzahl der Beitragszahler in das System sinkt jedoch bis 2030 dramatisch bei gleichzeitig überproportionalem Anstieg der Zahl der Leistungsbezieher. Dringend erforderlich ist daher einen Lastenausgleich im Rententopf, möglichst ohne dauerhaften Zufluss externer Mittel aus Steuern und Abgaben. Die Beitrags- wie auch Rentenberechnung mag gerne nach bisherigen Kriterien Eingang finden, allerdings künftig in jedem Einzelfall bei Beitrag bzw. Rente bereinigt bzw. ergänzt unter Berücksichtigung des jeweils mit einzubeziehenden Fertilitätsfaktors X.

    Ausgehend von der Tatsache, dass eine Fertilitätsrate von 2 für die Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Rentenversicherung von entscheidender Bedeutung ist, muss die Geburtenrate zwingend als fixer Faktor in die Berechnung der Rentenleistung einbezogen werden. Der feststehende Faktor ist als Würdigung für die Lebensleistung von Familien und Alleinerziehenden für die Aufrechterhaltung des Generationenvertrages und der gesetzlichen Sozialversicherung zu betrachten.
    Die Fertilitätsrate hat sich inzwischen ausgehend von zum Bevölkerungserhalt benötigten 2 Kindern leider auf ca. 1,4 Kinder eingependelt. Das heißt, dass ca. 30% der Bürger sich aus der Zukunftsplanung der GRV und damit ihrer eigenen gesetzlichen Altersversorgung verabschiedet haben, ohne jedoch Einbußen ihrer späteren Rentenbezüge in Kauf nehmen zu wollen.
    Das aber kann so auf Dauer nicht funktionieren ! Der Vertrag zwischen den Generationen wurde bisher einseitig nicht erfüllt und ist in dieser Form und Praxis insbesondere in Aussicht der absehbar bedrohlichen demografischen Fehlentwicklung als obsolet anzusehen. Grundpfeiler aller Alterssicherungssysteme sind und bleiben die nachfolgenden Generationen in ausreichender Masse und Klasse, und zwar völlig gleichgültig ob gesetzlich oder privat abgesichert, denn aus Mangel lässt sich nur Mangelhaftes generieren.

    Hauptfunktion

    Die Generierung von Nachwuchs ist also die unverzichtbare Grundlage für den Generationenvertrag und ist daher als dessen Hauptsäule im Beitragssystem zu priorisieren und mit Vorrang zu bewerten. Grundsätzlich ist der Beitrag jedes Teilnehmers an der Gesetzlichen Rentenversicherung also nach zweierlei Kriterien zu bewerten, einerseits je nach eingezahlten finanziellen Beiträgen und andererseits je nach Anzahl der hinterlassenen Kinder als künftige Garanten des Generationenvertrages. Das kann auf der Leistungsseite so aussehen :

    A. Bürger, die ihren Vertrag bei Renteneintritt mit eigenen Beiträgen und mindestens 2 Kindern voll erfüllt haben, erhalten eine Vollrente mit Anspruch auf 100% ihres erworbenen Leistungsanspruchs, sowie ab dem 3 und jedes weitere Kind einen noch festzulegenden Zuschlag.

    B. Bürger, die ihren Vertrag bei Renteneintritt nur durch Beiträge erfüllt haben, während ihres Erwerbsleben aber kinderlos geblieben sind, erhalten eine Rente ausschließlich auf der Basis der von ihnen eingezahlten Beiträge entsprechend einer Grundrente von 50% der Vollrente. Die entstehende Versorgungslücke ist entweder durch zumutbare zusätzliche Beiträge in die GRV oder durch den Aufbau einer privaten Altersicherung zu schließen.

    C. Bürger, die ihren Vertrag bei Renteneintritt mit eigenen Beiträgen und 1 Kind wenigsten teilerfüllt haben, erhalten eine um 25% geminderte Rente mit Anspruch auf 75% der Vollrente. Auch hier ist eine wenn auch kleinere Versorgungslücke entweder durch zumutbare zusätzliche Beiträge in die GRV oder durch den Aufbau einer privaten Altersicherung zu schließen.

    Die in den Fällen B und C erforderlichen Aufwendungen für eine zusätzlich private Altersversorgung sind angesichts der geringeren bzw. gänzlich ersparten Aufwendungen für Geburt, Pflege und Erziehung von nachwachsenden Kindern durchaus zumutbar. Gleichzeitig entsteht durch die rechtzeitige Inaussichtstellung einer im Alter nur unzureichenden Rente diejenige überzeugende Motivation zu Familiengründung, welche von Staat und Gesellschaft bisher völlig vernachlässigt wurde.
    Stützfunktionen

    1. Wohneigentum
    Erwerb und Unterhalt von Wohneigentum zur privaten Eigennutzung ist grundsätzlich von der Grunderwerbssteuer zu befreien. Diese Steuerfreiheit ist personenbezogen für den Erwerb und bei Veräußerung desselben auf ein neues Objekt übertragbar. Die kommunalen Grundsteuern sind komplett zu streichen. Beide Steuerarten sind Landes- oder Kommunalsteuern und durch evt. andere Verteilungsschlüssel der Einkommens- oder / und Verbrauchssteuern zu ersetzen.
    Wohnen “in der eigenen Höhle“ ist seit Anbeginn der Menschheit ein elementares Grundrecht und darauf hat der Staat nicht noch Steuern zu erheben.

    2. Sonstige Vermögen und Vermögensbildung zu Alterssicherung
    Bildung und Bereithaltung von Vermögenserträgen gleich welcher Art zur Alterssicherung sind bis zu einer Summe von X € steuerfrei zu stellen. Die Anlageform ist vom Versicherten frei wählbar. Entsprechende Anlagen können ab dem frühesten gesetzlichen Renteneintrittsalter aufgelöst werden. Bei vorzeitiger Auflösung erlischt der gewährte Steuervorteil und der Vermögensertrag wird nachversteuert.

    3. Beschäftigung nach Renteneintritt
    Die z. Zt. gültigen und zukünftig geplanten Verdienstgrenzen für „aktive“ Rentner sind bezüglich der Anrechnung auf ihre Leistungen aus der GRV abzuschaffen. Sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten von Rentenbeziehern sind finanziell entsprechend den gültigen Abgabenverordnungen zu behandeln. Es ist absolut nicht einsichtig, dass auch Rentner mit Rentenbezügen hier benachteiligt werden. Eine ungedeckelte, sozialabgabenpflichtige Tätigkeit wäre wegen der negativen Bevölkerungsentwicklung aber nur zu begrüßen.

    4. Freiwillig versichert in der GRV
    Nicht gesetzlich Pflichtversicherte sollen die Möglichkeit bekommen, sich zu den Bedingungen der gesetzlich Versicherten in der GRV zu versichern. Als Mindestbeitrag ist die Höhe derjenigen Beitragszahlungen zu gewährleisten, die zum Anspruch einer Grundrente mit Eintritt des frühesten gesetzlichen Renteneintrittsalters führen. Höhere Beitragszahlungen ergeben nach dem neuen Generationenvertrag dann eben auch höhere Rentenanwartschaften. Diese Möglichkeit bleibt natürlich auch allen Versicherungsteilnehmern offen, die nur 1 Kind erzogen haben oder kinderlos bleiben, sozusagen als zusätzliche Versicherungsmaßnahme innerhalb der GRV und damit allemal kostengünstiger als eine private Zusatzversicherung.

    Resume
    Die benannten Sanierungen/Reformen sind sicherlich harte Einschnitte in das System und können von den jeweils Betroffenen durchaus als persönliche Einschnitte oder gar Beraubung empfunden werden. Die Wirklichkeit, dass es sich bisher staatlicherseits nur um Rentenversprechungen handelte, die ohne Reparatur der GRV absehbar gar nicht mehr eingehalten werden können, wird dabei leider gerne ausgeblendet. Die jeweiligen Befindlichkeiten sind daher eher der Tatsache geschuldet, dass die Regierungen der letzten zwei Jahrzehnte keine nennenswerten Reformen in Bezug auf die allen bekannte negative Bevölkerungsentwicklung unternommen haben.
    Notwendige Reformen sind und werden immer noch auf die lange Bank geschoben, weil jeder Politiker weiß, dass nötige Einschnitte in das soziale Netz nicht durch den Wähler honoriert werden. Die SPD hat dies mit der Agenda 2010 ja deutlich zu spüren bekommen.. Seither gilt die schädliche Devise, die Dinge einfach laufen zu lassen und jede Minireform sogleich als „großen Wurf“ zu verkaufen. Der Bürger aber erwartet die Sicherung einer angemessenen Alterssicherung ohne drastische Einschränkungen. Eine in diesem Sinne erforderliche Reform der GRV ist den Bürgern also ohne weiteren zeitlichen Verzug eindrücklich als unausweichlich zur Sicherung ihrer Renten in einem erreichbaren Rentenalter zu kommunizieren nach dem Motto:
    Der demographische Faktor schläft nicht, die Alternative für Deutschland auch nicht !
    MJ Aachen, den 26.12.2013 variosafe@gmail.com

  2. Und hier ist die mögliche Ergänzung für die künftige Position der Familie:

    Familie als demografische Basis im Generationenvertrag

    Die Alternative für Deutschland steht für den Schutz der Familie als grundlegende Keimzelle des Staates. Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft und damit deren unverzichtbarster Bestandteil. Um Kinder zu verantwortlichen Bürgern werden zu lassen, bedürfen sie der Zeit und Zuwendung ihrer Eltern. Unsere Partei versteht die solidarische Förderung von Familien als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Investition in eine gemeinsame Zukunft, gleichwohl also auch als wesentlichen Bestandteil des Generationenvertrages. Im Rahmen einer vernunftssorientierten Politik möchte die Alternative für Deutschland die Leistungen derjenigen Menschen besser würdigen, die das Fortbestehen unserer Gesellschaft sichern durch Geburt, Versorgung und Erziehung von Kindern. Junge Menschen sollen durch Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Familie wieder ermutigt werden, die spätere Geburt eigener Kinder auch in ihre eigene Lebensplanung einzubeziehen.

    Eine zentrale Aufgabe der Familienpolitik sollte daher der Ausgleich zwischen Familien mit Kindern in unterschiedlicher Anzahl und Kinderlosen sein. Die jetzige Familienpolitik setzt den Fokus auf möglichst frühzeitige Kinderbetreuung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten ist ein wichtiges Anliegen, bei dem aber nicht zu vergessen ist oder vernachlässigt werden darf, die eigenständige langjährige Leistung von Eltern zu würdigen, die bisher finanziell leider nur unzureichend anerkannt wurde. Die Alternative für Deutschland tritt ein für eine gerechte und spürbare finanzielle Besserstellung von Eltern, die sich neben ihrem Beruf der in mehrfacher Hinsicht verantwortungsvollen Aufgabe der Geburt, Versorgung und Erziehung ihrer Kinder widmen. Eltern investieren Zeit und Vermögen in die Erziehung ihrer Kinder und leisten damit einen unersetzlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Staates sowie zur Erhaltung unserer Gesellschaft!

    Die Alternative für Deutschland vertritt die Position, dass in erster Linie die Eltern selbst für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind. Eltern haben die Pflicht und das natürliche Recht, ihre Kinder zu erziehen (Art. 6 GG). Aufgabe des Staates ist es, Eltern bei dieser Aufgabe zu helfen. Hierzu gehören auch frühkindliche Betreuungsangebote und vorschulische Förderung in Kindertagestätten. Eltern sollten in diesem Zusammenhang dasjenige Betreuungsmodell wählen können, dass am besten zu ihren und den Bedürfnissen ihrer Kinder passt. Wenn Eltern sich bewusst dazu entscheiden, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren ausschließlich selbst zu erziehen, sollten sie auch hierin unterstützt werden. Eltern, die einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf wünschen, müssen eine gesicherte Kinderbetreuung in qualitativ hochwertigen Kindertagesstätten nutzen können. Insbesondere die ersten drei Lebensjahre sind ja nachweislich entscheidend für das Entstehen der Fähigkeit zu emotionaler Bindung, Empathie und erster charakterlicher Festigung. Daher hat gute Familienpolitik gerade in dieser Altersphase der Kinder deren Wohlergehen besonders zu berücksichtigen.

    1. Familie im Generationenvertrag
    Grundlage für einen funktionierenden Generationenvertrag ist die Verpflichtung der aktiven Generation, sowohl die nicht mehr Aktiven durch ihre Rentenbeiträge zu unterhalten als auch die nachwachsende Generation aufzuziehen. Dieser Generationenvertrag wird in Deutschland nicht erfüllt: Dem Generationenvertrag fehlt schlicht der Einbezug eines Fertilitätsfaktors, wie seinerzeit bereits von Ludwig Erhard für einen dauerhaften Bestand gefordert, dann aber von Konrad Adenauer aus wahltaktischen Gründen leider wieder verworfen. Seit die Geburtenrate in den 1970er Jahren auf 1,4 Kinder pro Frau gesunken ist, ersetzt sich jede Elterngeneration nur noch zu zwei Dritteln durch eigene Kinder mit dem Ergebnis aller auf uns zu kommenden demografischen Probleme bei Rente, Pflege und Krankenversicherung. Es ist also zwingend zu berücksichtigen, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung von gegenwärtig ca. 25 Prozent zeitlebens kinderlos bleibt und somit den Generationenvertrag bestenfalls nur zur Hälfte erfüllt, das heißt letztlich auf Kosten der Familien mit Kindern, während ihnen selbst finanziellen Lasten der Kinderversorgung und Erziehung in erheblichem Umfang erspart bleiben. Trotzdem erwerben Kinderlose bisher die gleichen Ansprüche an das Kranken-, Pflege- und Rentensystem wie Eltern, die gleichzeitig Familien- und Erwerbsarbeit leisten. Eltern werden durch die Sozialversicherungssysteme somit strukturell grob benachteiligt, wie das Bundesverfassungsgericht im Übrigen längst folgendermaßen festgestellt hat:

    „Die bisherige Ausgestaltung der Rentenversicherung führt im Ergebnis zu einer Benachteiligung der Familie, namentlich der Familie mit mehreren Kindern“

    In seinen „Familienurteilen“ hat das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber aufgefordert, diese strukturelle Benachteiligung der Familien abzubauen. Der Gesetzgeber hat diese Aufforderung jedoch bisher weitgehend ignoriert, obwohl Sachverständige konkrete Lösungen vorgeschlagen haben. Ein Modell dafür ist das Konzept der Kinderrente von Hans-Werner Sinn, ein anderes Modell bevorzugt angesichts der Besorgnis erregenden demographischen Entwicklung den längst überfälligen Einbezug eines Fertilitätsfaktors in die bestehenden Regelungen der GRV entsprechend der frühzeitigen Forderung Ludwig Erhards, was das Beitragsaufkommen der GRV auch nicht schmälern würde bei gleichzeitiger Begrenzung der Rente für Kinderlose auf eine passable Grundrente, die dann eben durch private Zusatzversicherung vom jeweiligen Kinderlosen selbst aufzubessern ist. Weil eine finanzielle Entlastung der Eltern über Beitragssenkung das Beitragsaufkommen der GRV einerseits zu sehr schwächen würde, und weil andererseits die Geburt und Erziehung von Kindern eine erhebliche Leistung nicht nur für die Gemeinschaft der lohnabhängigen Bürger sondern auch für die Gesamtgesellschaft darstellt, ist eine Besserstellung der Eltern während der Erziehungszeit wie aber auch die spätere Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten bei deren späterer Rente gerechterweise auch aus Steuermitteln bzw. zu Lasten der Gesamtgesellschaft zu kompensieren. Ein diesbezügliches Konzept für einen nachhaltigen und weitgehend selbsttragenden Generationenvertrag Version 2.0 liegt vor als eigenständiger Antrag, auf den hiermit ausdrücklich Bezug genommen wird.

    Der Einbezug der Fertilität in die Förderung von Familie und Reparatur der gesetzlichen Rente bedeutet keine Bestrafung für Kinderlose, sondern bedeutet die rechtzeitige Inaussichtstellung der natürlichen Folge, daß deren spätere gesetzliche Rente eben nur aus deren eigenen Beiträgen herrühren kann, nicht aber aus späteren Beiträgen von Kindern, welche nicht sie selbst, sondern Andere unter zusätzlicher, auch finanziell erheblicher Belastung der Elternschaft groß gezogen haben.
    Der gegenwärtige Zustand begründet in Wahrheit die bisherige parasitäre Teilhabe kinderlos gebliebener Rentner zu Lasten der weitaus größeren Lebensleistung derjenigen, welche Kinder und damit nachfolgende Beitragszahler hinterlassen.
    Vor diesem Hintergrund ist es nur recht und billig, den kinderlosen Teilnehmern am Generationenvertrag Aufwendungen für eine private Zusatzversorgung zuzumuten, gleichsam als nur gerechten Ausgleich für die weitaus höheren Aufwendungen derjenigen, welche zur Erhaltung und Fortsetzung des Generationenvertrages nicht nur künftige Beitragszahler, sondern eben auch künftige Mütter und Väter nachfolgender Beitragszahler in die Welt gesetzt und erzogen haben.
    Es ist daher absolut abwegig, die rechtzeitige Inaussichtstellung in Kauf zu nehmender Folgen von Kinderlosigkeit als „Androhung“ zu empfinden. Junge Menschen unserer Tage haben durchaus ein Gespür für kluge Planung, logische Zusammenhänge und Fairness. Ein Generationenvertrag, der diesen Namen verdient, kann daher nur auf logischen Zusammenhängen und fairem Ausgleich aufbauen und nachhaltig bestehen.
    Betrachtet man die bisherige Entwicklung unzureichender Geburtszahlen, so dürfte gerade die sorglose Erwartung auch kinderlos zu erreichender auskömmlicher Rente ganz wesentlich zur bevorstehenden desaströsen demografischen Situation beigetragen haben. Dieser Aspekt wurde seinerzeit bereits von Ludwig Erhard in dessen Vorschlägen für eine GRV vorausgesehen – leider seither in leichtfertiges Vergessen geraten seitens aller Altparteien.

    Erklärtes Ziel der Alternative für Deutschland ist es, Geburt, Versorgung und Erziehung von Kindern als Leistung von Eltern für die Gesamtgesellschaft nicht nur ideell, sondern auch materiell anzuerkennen, wozu der Gesetzgeber durch das Deutsche Bundesverfassungsgericht längst verbindlich aufgefordert wurde siehe BVerfG, 2 BvR 1057/91.

    2. Familie im Steuerrecht
    Auch im Steuerrecht muß die gesamtgesellschaftliche Leistung von Eltern gebührend berücksichtigt werden durch Umwandlung des bisherigen Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting, das alle diejenigen Bürger fördert, welche als Eltern die tatsächlichen Kosten für den Unterhalt von Kindern zu tragen haben. Danach erfahren Eltern bereits ab Geburt des ersten Kindes eine steuerliche Entlastung, die mit jedem weiteren Kind ansteigt. Hierbei erzielen alle Familien mit Kindern einen tatsächlichen Splittingvorteil, da dieser unabhängig vom Kindergeld und Kinderfreibetrag gilt. Wie in Frankreich wäre es allerdings zur Schonung der Staatsfinanzen sinnvoll, den Splittingvorteil bei sehr hohen Familieneinkommen zu begrenzen. Ebenso ist noch über eine Komponente für niedrige Einkommen von Familien und Alleinerziehenden nachzudenken etwa in Form einer positiv kompensierenden Anhebung des Kindergeldes. Die Grunderwerbsteuer wie auch jährliche Grundbesitzabgaben für selbst genutzen Wohnraum sind für Familien mit Kindern zu erlassen, nicht zuletzt als wirksamer materieller Anreiz zur Familiengründung, sowie aber auch als deutlich sichtbare Anerkennung der Familie seitens der Gesellschaft. Eine entsprechende Anerkennung für Alleinerziehende versteht sich heraus von selbst.

    3. Freiheit in der Wahl der Kindererziehung
    Das Elternrecht beinhaltet die freie Entscheidung über die Erziehung und Betreuung der eigenen Kinder. Eltern sollten also dasjenige Betreuungsmodell wählen können, dass am besten zu ihren eigenen und den Bedürfnissen ihrer Kinder passt. Die Gewährleistung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen. Eltern, die sich bewusst dazu entscheiden, ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu erziehen, dürfen deswegen finanziell nicht benachteiligt werden.
    Eltern, die einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf wünschen, sollen eine gesicherte Betreuung in qualitativ hochwertigen Kindertagesstätten nutzen können. Der vorschulischen Bildung und Fremdbetreuung unserer Kinder muss eine gesunde und sichere Bindung vorausgehen. Insbesondere die ersten 3 Lebensjahre sind entscheidend für eine spätere emotionale Bindungs- und Empathiefähigkeit der Kinder für deren gesamte spätere charakterliche Festigung und Entwicklung.
    Unsere Kinder benötigen daher nicht nur qualitativ hochwertige Betreuungsplätze, sondern vor allem zuvor auch eine ausreichende Zeit der Geborgenheit innerhalb der Familie. Nur in der Familie oder vergleichbar dauerhaften Bezug zu einem alleinerziehenden Elternteil entwickeln unsere Kinder das notwendige Urvertrauen als Grundlage für eine psychisch gesunde Weiterentwicklung.
    Das Kindeswohl ist also besonders in den ersten Lebensjahren zu berücksichtigen und darf nicht dem Druck wirtschaftlicher oder ideologischer Interessen geopfert werden. Das Wohlergehen der Kinder muss somit in der Familienpolitik wieder Vorrang erhalten, denn dies ist für das gesamte Wohlergehen und die dauerhafte Erhaltung unserer Gesellschaft zwingend erforderlich.

    4. Familienfreundliche Arbeitswelt und Lebensabend
    Die Alternative für Deutschland will keine betriebsfreundliche Familien, sondern familienfreundliche Betriebe. Die Telearbeit und vorübergehende Teilzeitarbeit stellen familienfreundliche moderne Arbeitsformen dar, welche weiter ausgebaut werden sollten. Solche Maßnahmen sichern den Eltern Zeitsouveränität und den Unternehmen gut ausgebildete und motivierte Fach- und Führungskräfte und würden auch mehr Raum lassen für Altenpflege innerhalb der Familie. Die derzeitige gesellschaftliche Praxis mehrheitlicher Abschiebung unserer Alten, genauer unserer Eltern und Großeltern mittels mehr oder weniger sorgfältiger Unterbringung im kostenträchtigen Heim öffentlicher oder privater Hand widerspricht in den meisten Fällen deren vorangegangener familiären Lebensleistung.

    Die Alternative für Deutschland hat sich die Vernunft und den Mut zur Wahrheit auf die Fahne geschrieben ! Diesem Grundsatz gilt es treu zu bleiben, gerade bei Erhaltung der wichtigsten Säule unserer Gesellschaft, nämlich der Familie.
    MJ Aachen, den 26.12.2013 variosafe@gmail.com

  3. Egal was passiert: Man sollte davon ausgehen, dass früher oder später eine Zusatzversicherung in Anspruch genommen werden muss. Ich möchte das jetzt nicht so weit ausführen wie Lucius. Bei einer schrumpfenden Bevölkerung wird irgendwann eine Zusatzversicherung benötigt werden. Diese kommt dann entweder der Rente oder der Krankenkasse zu Gute.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s