13 Kommentare zu “Kommentar zum Konflikt um die Ukraine

  1. Bleibt noch die viel wichtigere Frage, wer hat denn den nicht ganz unblutigen Umsturz in Kiev veranlasst? Von einer „demokratischen“ Aktion war das weit entfernt!
    Die Polizisten wurden erst bewaffnet als sie selbst mit Schusswaffen (vom „Westen“) angegriffen wurden.
    Sind wir noch im 2.Weltkrieg?
    Verteidigt die USA in Kiev Amerikaner?
    Die „Revolutionsregierung“ repräsentiert doch auch für den dümmsten erkennbar NICHT das Ukrainische Volk. Warten wir erst mal, ob sie vom „eigenen Volk“ akzeptiert wird. Das „Militär“ scheint auch nicht begeistert zu sein! „Legal“ scheint hier scheißegal zu sein!
    Wird der Uno-Sicherheitsrat und das Völkerrecht wieder einmal ignoriert wie in Jugoslawien?
    Im Deutschen Interesse liegt die „Eroberung“ der Ukraine ganz sicher nicht,
    im Deutschen Interesse liegen normale Beziehungen mit Russland.
    Ich schäme mich über die heimliche Beteiligung von Merkel und Co als Deutscher.
    Wahrscheinlich wurde das schon abgesprochen bei der NATO-Sicherheitskonferenz in München, die unser offizielles Stastsoberhaupt Joachim Gauck, der die friedliche Olympiade durch Abwesenheit boykottiert hat, in der gleichen Zeit besucht hat,
    um dann seinem Volk (verfassungswidrig!!!!!) zu erklären, dass wir im Ausland zu wenig Krieg führen.
    Wer stoppt endlich die USA?
    Wir sind Deutschland, allenfalls Europa und wollen die Ukraine NICHT erobern,
    ich jedenfalls nicht, ich habe dort Verwandte!
    Für mich wäre der Austritt aus der NATO also politische Programm.

  2. Die russische Reaktion auf den terroristischen Umsturz der durch bezahlte Randalierer im Sold u.a. der Deutschen Adenauer-Stiftung ( bezahlt durch deutsche Steuergelder ) ist nur folgerichtig.
    Nazis und gedungene Mörder, die den Maidan zu ihrem Spielfeld von US-Interessen machten und dabei halt auch einige erschossen haben ?
    Die USA nennen das in ihren unerklärten Kriegen, auf Lügen gegründet, collatral damages. Zynismus erster Ordnung. Was schert es die USA oder auch die Brüsseler Nomenklatura der EU, wenn Recht und Gerechtigkeit auf der Strecke bleiben ?
    Weltweit, wie nach ungezählten Toten durch US-amerikanische Drohnenmorde ?
    Wer prangert Afghanistan an ? Der die fortgesetzten Morde im Jemen ?
    Wer die widerliche Unterstützung der syrischen Terroristen durch die USA ?
    Sorry, da müssen die Russen aber noch eine Menge „nachholen“ um mit dem Weltpolizisten USA gleich zu ziehen. Sie sind halt keine tumben Kulaken mehr, wie der ehrenwerte Herr Chodorkowski erfahren hat. Der aber wird aber noch immer vom Westen hoffiert.
    Wer kritisiert Isarael wegen völkerrerechtwidrigen Verhaltens im Gehtto Gaza-Streifen ?
    Wer die ungezählten Verstösse gegen UN-Resolutionen ?

    Nein, der waidwunde US-Keiler schlägt in beginnender Agonie wild um sich.
    Wenn das mal gut ausgeht.

  3. Was der Ukraine droht, ist erschreckend, aber leider angesichts der längst im Gange befindlichen Positionierungen der Großmächte wahrscheinlich, kurioser Weise sehr ähnlich den vorgreifenden Annahmen des britischen General Sir John Hackett mit Vorwort des deutschen General Graf Kielmansegg, erschienen 1973 unter dem Titel „der Dritte Weltkrieg“ nach damals fiktiver, jedoch absolut professionell militärischer Annahme einer Situation nach Zusammenbruch der USSR in deren Bestreben, geminderte Macht und verlorenes Terrain wieder zu erlangen. Die gegenwärtig äußerst gefahrenträchtige Entwicklung zeigt nunmehr beängstigende, bisher nicht mehr für möglich gehaltene Parallelen. Dieses damals bemerkenswerte Buch wurde leider völlig vergessen, jetzt wird es wohl nochmals sehr aufmerksam gelesen werden mit nicht geringem Grausen, Dafür- und Dagegenhalten.

    Europa, die USA und die NATO werden wohl oder übel nur zuschauen können, wenn die Großmacht Russland den Osten der Ukraine nun auch förmlich annektiert, wenn schon nicht gleich auch die gesamte Ukraine. Beides hieße zumindest Rückkehr zu einer Fortsetzung früherer Spannungen zwischen Ost und West. Die Dinge auf dieser Welt regeln sich eben nicht nach gutmenschlichem Geschwafel, sondern werden durch Interessen der Mächtigen und deren Durchsetzung bestimmt, leider – und vorher noch eine selbstdarstellerisch machtvoll inszenierte Olympiade, auch das hatten wir schon mal.

    Was in der Ukraine geschehen wird, liegt geopolitisch besehen doch auf der Hand bei einem Blick auf die Karte der USSR als Nachfolger des zaristischen Russlands bei jeweils gleichen Außengrenzen. Die Ukraine war unter den Zaren wie unter den nachfolgenden Kommunisten Kernland Russlands bzw. dann der USSR, ganz im Gegensatz zu den „nur“ besetzten westlicheren Ländern Polen, DDR, Rumänien und Bulgarien. Hinsichtlich der ungebrochenen geopolitischen Ansprüche auch des heutigen Russlands ist die Ukraine unverzichtbar, die dort bisher nur etwas locker gelassene Leine wird jetzt lediglich als großer Fehler der letzten Jahre begriffen. Betrachtet man die Sache nüchtern, wird Rußlöand ein Rollback dieses vor langer Zeit zu Großpolen gehörigen Teils Europas verhindern und wieder fester in seinen unmittelbaren Machtbereich einbinden wollen. Westeuropa, USA und NATO werden das gleichermaßen hinnehmen müssen. Und wir Deutsche sollten ohnehin von jeglicher Deutung der dortigen Vorgänge tunlichst die Finger lassen, nachdem unser Land sich dort auf der Krim, ein paar Kilometer weiter am Kuban und dann endgültig im nur 300 km entfernten Stalingrad schon einmal gehörig die Finger verbrannt hat – von Babij Jar (Kiew) lieber ganz zu schweigen.

    Die offizielleren Verlautbarungen sind ja derzeit ohnehin bestimmt und durchsetzt von Heuchelei und vorwiegend gutmenschlichem Geschwätz. Die wahren Zusammenhänge und Geschehnisse auf diesem Globus werden nach wie vor nach den gleichen Spielregeln bestimmt, wie schon Jahrtausende zuvor. Geändert hat sich nur die Wahl der Mittel. Schauen wir also mal wieder zu, wie´s weiter geht, das zumindest tut´s ja immer, irgendwie. Nun wird´s halt wieder mal unsicher und eine Zeit lang wohl recht ungemütlich.

    Die Entwicklung in der Ukraine war ja vorher zu sehen. Bei einer vergleichbaren Entwicklung in Californien hätten die USA genau das Gleiche unternommen ohne jede Rücksicht auf die Weltmeinung. Ich denke, die Ukraine hat Glück, wenn sie „nur“ geteilt wird – mittelfristig denkbar wäre durchaus auch die Wiedereinverleibung der gesamten Ukraine in ein Kernrußland wie ehedem unter den Zaren und später der USSR aus rein geopolitischen Erwägungen.. Um humanistische Erwägungen geht es dort weder Rußland noch der NATO – so ist das leider. Es wird also wieder zu einer knallharten Abgrenzung der Interessensphären zwischen Ost und West kommen. Das Groteske an der Sache: Der Einigungs- und Handlungsbereitschaft Westeuropas wird dies entweder förderlich sein, oder die EU wird vollends zum Hanswurst der Weltpolitik werden. So sieht es nüchtern betrachtet aus, es geht nur um Interessen und die Überlegungen, wo man bleibt.
    Peinlich derzeit vor allem das vermeintlich weltmännische Gehabe Merkels und Steinmeiers. In beiden Fällen nur Kulisse zu „staatstragender“ und in Wahrheit völlig unbedeutender Selbstinszenierung. Aber immerhin noch besser als das weiland überhebliche Geschwafel von Wilhelm II. So wie die Dinge liegen, müssen wir dringend zurück zum Denken und Bestreben Bismarcks hinsichtlich eines unaufgeregten vernunftsorientierten Ausgleichs Gesamteuropas, vorher kommt kein Land Europas einschließlich Rußland zu Ruhe und Wohlergehen, weder politisch noch wirtschaftlich. Eigentlich fast zum Lachen – genau das war der Gedankenansatz von Putin zu Anfang seiner Übernahme der Geschicke Rußlands: Ausgleich mit Westeuropa. Aber umgehend traten ihm die USA auf die Füße und D dackelte brav hinterher ( daß die USA deutsche Kanzler bis heute und in Zukunft abhören, wen wundert das also). Putins derzeitiges Bemühen ist diesen Umständen folgend also nun erst einmal die Konsolidierung der alten Reichsgrenzen Russlands mit Zugang zum Mittelmeer, denn nur das sichert einen späteren fairen Ausgleich mit Westeuropa – andernfalls könnte sich Rußland jetzt schon aus jedem künftigen geopolitischen Mitspiel verabschieden.

    Noch gelassener betrachtet dürfte diese Sache in Rußlands südlich weichem Unterleib ebenso verlaufen wie die Kuba-Krise, nur werden diesmal die USA zurückstecken müssen – ist ja machtpolitisch das Gleiche derzeit wie weiland 1962, nur halt umgekehrt. Zum Glück ist Obama ebenso nachdenklich wie Crustschow seinerzeit. Von wegen Geschichte wiederholt sich nicht.

    Im ersten Schritt wird die Krim also wieder unter dauerhafte russische Kontrolle fallen und im zweiten gemächlicher beschrittenen Schritt der russischsprachige Osten der Ukraine. Bei nennenswertem Widerstand der westlichen Ukraine wird diese ebenfalls einverleibt werden und bei späteren Verhandlungen dann halt wieder „frei“ gelassen.
    Eine hierüber hinausgehende Eskalation wird es nicht geben, als Rest vielleicht noch ein paar Schaufensterreden in Ost und West.

    Die kommende Europawahl wird nun aber eher recht bedeutungslos werden vor diesem neuen Hintergrund, leider.

  4. Verehrter Herr @Lucius Variosafe, Ihr Beitrag klingt ja fast so,
    als hätte Putin, den Umsturz in Kiew organisiert.
    Meinen Sie nicht,
    dass Sie da total daneben liegen?
    Was soll denn bitte „geopolitisch“ die rel. große russische Bevölkerung in der Ukraine bedeuten?

    Und was ist denn nun mit all den Schulden der Ukraine und den Gaslieferungen von Russland an die Ukraine???
    Soll das vielleicht irgendein amerikanischer Multi umsonst übernehmen?
    Bezahlen von Schulden anderer ist allerdings die unbestrittene Spezialität der der Deutschen,
    wie man hört, will man auch schon bezahlen,
    fragt sich nur WOFÜR ???
    Die Russen haben das ja gerade vor dem Umsturz, mit Deutscher Beteiligung, wie man hört, freiwillig angeboten, Gas + 15 Milliarden Kredite dafür.

    Sie schimpfen also auf den falschen!
    Die „Bankenrettung“ war schon eine extreme Zumutung für den Deutschen Steuerzahler.

    • Sehr verehrter Herr Dr. Bayerl,

      natürlich war der Umsturz in Kiew nicht von Putin organisiert, sondern lediglich willkommener Anlaß, die Grenzen Russlands an vermeintlich wie faktisch schwächster Stelle nun auch dauerhaft zu sichern, denn bei weiterem Abdriften der Ukraine nach Westen wäre dort ein beträchtliches Loch entstanden.

      Und natürlich ist die Bevölkerung der Ukraine nicht von geopolitischer Bedeutung, wohl allerdings die Krim mit em einzigen Zugang Russlands zum Mittelmeer.

      Das Angebot Russlands an die Ukraine vor dem Umsturz war relativ preiswert, die Kosten für den gleichen Effekt, die Sicherung des Verbleibs im russischen Staatenverbund, nunmehr allerdings schon heute absehbar erheblich höher.

      Ich schimpfe über niemanden, sondern stelle nur ganz trocken fest, was ist. Haltung und Vorlieben Deutschlands zur Causa Ukraine – beides ist letztlich weltpolitisch zum Glück unerheblich und daher so gut wie ohne Belang für Russland, wie im Übrigen auch für unsere amerikanischen Freunde.

      Ich liege demnach nicht daneben, sondern eher mittendrin. Daß Deutschland hier nun zu zahlen oder zu leihen habe, war nicht Thema meiner Zeilen. Meine persönliche Meinung hierzu ist Nein – hier haben Sie völlig recht, diesbezüglich reicht es nachgerade.

      Vor Allem im letztgenannten Sinne ein herzlicher Gruß

      • Danke für die freundliche Antwort,
        wenn Sie den Umfang der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland kennen,
        wüssten Sie, dass Russland keine Angst vor einem „Loch“ zur EU hat,
        es ist im Gegenteil der ideale Partner von Deutschland und Europa.
        Sie sehen überall deutsche Firmen in Russland, mit einer Perspektive für viele Generationen!
        Ein Blick in die Landkarte reicht, man muss nicht unbedingt bis nach China blicken.
        Daher die Pipeline an den unsicheren Kantonisten vorbei durch die Ostsee.
        Ist mir lieber als der „Nahe Osten“,
        wer weis, wo als nächstes von unseren Freunden mit Kanonen „die Demokratie“ eingeführt wird. In Syrien hat sich jedenfalls die Al Kaida häuslich eingerichtet, „Deutsche“ kämpfen da mit.

        Und (nicht nur) auf der Krim leben tatsächlich viele Russen und die „billige“ Unterstützung ist sowohl der verschuldeten EU und noch viel mehr der extrem verschuldeten USA viel zu teuer.
        Haben die gedacht, dass der militant nationalistische Teil der Ukraine als Dank für die vom Westen letztlich initiierte russlandfeindliche „Machtübernahme“ das alles von Russland geschenkt kriegt??? Sie werden tatsächlich angefeindet in einigen ganz westlichen Provinzen wenn Sie russisch sprechen! Obwohl nur Russland und sonst niemand ihnen ohne einen Schuss die nationale Freiheit geschenkt hat und sonst niemand!
        Vergessen Sie nicht, dass von USA(und England) unterstützte ukrainische Truppen in Tschertschenien GEGEN Russland gekämpft haben.
        Auch hier hat Putin einen Krieg BEENDET, nicht begonnen, für mich eine bemerkenswerte Leistung! Wir kämpfen dagegen völlig sinnlos und ohne jede Erfolgsaussicht immer noch in Afganistan!
        Wir sollten erkennen, wo UNSERE Interessen liegen und unseren eigenen Firmen in Russland nicht noch in den Rücken fallen! Mir reichte schon die fehlende angemessene Unterstützung von Regierung und Medien, die den Kontakt zu den Menschen längst verloren haben, unserer eigenen Sportler in Sotchi, das übrigens auch am schwarzen Meer liegt.
        Die Russen müssen nur in Sevastopol bleiben um ihre eigenen Landsleute zu schützen.
        Mit Recht, wie man sieht.

      • Lieber Herr Bayerl,

        Ihr Gedankengänge sind durchaus sehr nüchterner Bestandteil meiner eigenen Erwägungen, allerdings werden diese erst dann auch öffentlich vertreten werden können, wenn zwei Dinge gelingen bzw. sich treffen: Konsolidierung West-Europas, vornehmlich dessen Nordländer, sowie Konsolidierung Russlands, beides braucht noch Zeit, beides bedarf notwendiger Reparaturen im jeweils eigenen Süden. Allerdings bedarf es, was die natürlichen Interessen Europas und Deutschlands im Osten angeht, auch eigener Handlungsfähigkeit, die zumindest wir Deutsche noch nicht wieder besitzen, die uns aber zusammen mit anderen Nordländern Europas wieder zufallen dürfte, wenn das untaugliche Abenteuer EU in sich bereits abzeichnender Weise Platz gemacht haben sollte für ein Denken, welches schon Bismarck verfolgte, dann aber von der Kurzsichtigkeit Wilhelm II zunichte gemacht wurde. Weiter muß diese in der Tat zukunftswichtige und zukunftsträchtige Perspektive derzeit noch nicht in die öffentliche Diskussion eingebracht werden, sowie tunlichst auch später nicht unbedingt in Deutschland beginnend. Die Früchte, welche Sie meinen, sie sind einfach noch nicht reif.

        Einen Haken hat diese Betrachtungsweise also, sie lässt sich derzeit noch nicht propagieren, ohne sofort neues Misstrauen der verschiedensten Art zu implantieren. Als offenes politisches Ziel also derzeit noch nicht lauthals zu verfolgen, aber doch tunlichst im Kopf zu behalten.

        Sie sehen, wir denken gar nicht so unterschiedlich – bei genauerem Lesen meiner Texte bei FB werden Sie zwischen manchen Zeilen Bestätigung finden. Lassen Sie mich also mit einem absolut harmlosen Spruch von Wilhelm Busch schließen: „Nur Geduld, geliebte Freunde – Sanftmütigkeit ziert die Gemeinde . . .“

  5. p.s. „die Deutsche Beteiligung“ bezog sich nur auf den Umsturz.
    Die Hilfe für die prekere wirtschaftliche Lage der Ukraine, sicher ganz wesentlich auch als Folge der von USA ausgehenden Banken- und Weltwirtschaftskrise war ja nur großzügig von Russland angeboten, dessen Wirtschaftskraft erheblich kleiner ist als die von der EU oder der USA.
    Also warum und wofür sollen WIR jetzt zahlen???
    Was zuviel ist ist zuviel!
    Ich fordere eine Volksabstimmung!

  6. Pingback: Ein Kommentar zum Konflikt um die Ukraine | volksbetrug.net

  7. Guter Artikel, der meine Zustimmung findet.
    Solange die NSA hier herumspioniert und unsere schwachen Politiker nicht aktiv dagegen vorgehen, sehe ich keinen wesentlichen Unterschied zwischen Obama und Putin.

  8. Angesichts der auf längere Sicht zu erwartenden Entwicklungen hinsichtlich existenzsichernder Teilhabe an den noch verbleibenden Recourcen dieser Welt wird der Ausgleich mit Rußland für Europa wichtiger werden, als der zunehmend schwieriger werdende Ausgleich mit den USA. Hierbei ist endlich zur Kenntnis zu nehmen, daß Rußland keinerlei ideologisch motiviertes Interesse mehr hat an Ausweitung seines Territoriums nach Westen. Die ursprüngliche Geschäftsgrundlage der NATO hat sich somit zumindest für Europa erledigt und stellt lediglich nur noch Hinderung dar für zeitgemäßere Regelungen und ausgleichende Übereinkünfte Europas mit Rußland. Das Interesse Russlands hieran wurde ahnbar bereits unter Gorbatschow und vollends deutlich mit umgehenden Angeboten zu fairer Zusammenarbeit seitens Putin fast unmittelbar nach dessen Amtsantritt. Damals wurde bereits (nicht ohne Druck der USA) von Europa verschlafen, was jetzt erst in einigen klugen Köpfen der Wirtschaft Westeuropas als auch zu eigenem Vorteil zukunftsweisend begriffen wird – beidseitig vorteilhafter Ausgleich mit der Masse desjenigen Erdteiles, mit dem wir Westeuropäer nun einmal territorial, kulturell und ethnisch enger verbunden sind, als es mit anderen Regionen der Welt der Fall ist, leider mittlerweile auch den USA, die sich in absehbarem Eigennutz zunehmend imperialistisch gebärden und längst dabei sind, den pazifischen Raum als den künftig für sie selbst weitaus wichtigeren Einflussbereich zu sehen als Europa. Der verbale Ausrutscher „Fuck the EU“ kommt ja nicht von ungefähr, wie ja auch nicht der offensichtlich völlig aus dem Gedächtnis geratene Ausspruch Henry Kissingers, nach dem die USA keine Freunde haben sollten, sondern nur eigene Interessen.

    Die aktuellen Geschehnisse auf dieser Welt ohne die immer noch vorhandenen Scheuklappen der Ergebnisse des WWII besehen, sollte sich Europa nach dem Fortfall ideologischer und territorialer Gefährdung aus dem Osten künftig schleunigst auf eine ähnliche interessenbezogene Betrachtungsweise besinnen. Für Europa ist es Zeit, ein anderes Sicherheits- und Versorgungskonzept zu entwickeln, als es der Atlantikpakt war mit seinerzeit noch sicherheitspolitisch gleichen Interessen, die heute nur noch dem Namen nach existieren. Hierzu gehört der Ausgleich mit Russland in gegenseitig ergänzender Interessenlage. Nach dem Ableben abschottender Herrschaft der Zaren und des nachfolgenden Kommunismus ist die Bereitschaft Russlands hierzu mittlerweile vorhanden und sollte nicht länger durch kleinliche vorgestrige Politscharmützel ausgebremst werden.

    Gesellschaftlich unterschiedliche und jeweils sehr unterschiedliche bürgerliche Ordnungsvorstellungen empfindlich störende Verhältnisse gibt es in Westeuropa übrigens ebenfalls. Wir Westeuropäer sollten uns diesbezüglich also nicht allzu oberlehrerhaft belehrend aufspielen gegenüber einem Russland, wo eine bürgerliche und selbstbestimmende Gesellschaft derzeit erst entsteht. Bei uns im Westen ist bürgerliche Ordnung und Vernunft schließlich auch nicht wie Manna vom Himmel gefallen, und erst recht nicht in Deutschland – ein Blick ins Geschichtsbuch mag da für einige noch nötige Einsichten sorgen.

  9. Voll einverstanden!
    Am klarsten hat das der ansonsten von mir nicht sonderlich geschätzte Bundeskanzler Schröder erkannt, der dafür entsprechend „vom Westen“ einschließlich der Polen kritisiert wurde.
    Es gibt durchaus genügend vorstalinistische Zusammenarbeitstradition mit Russland, die Zarenfamilie war eh halb deutsch.
    Die „Wirtschaft“ hat das schon lange realisiert, sie war auch Vorläufer der EU als EWG.
    Nur die Amerikaner stören, weil sie auch die EU nicht mehr als Freunde sehen (NSA).

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