2 Kommentare zu “Die Bundesbank kann uns aus der Euro-Falle herausholen

  1. Viele, viele Worte, viele mühselige Erklärungen – Jedoch was da gefordert wird, das hatten wir alles schon in bestens funtionierender Weise mit dem ECU – offensichtlich ist das bei allen Protagonisten im In- und Ausland längst in Vergessenheit geraten – ich darf erinnern:

    Es wir oft behauptet, daß der Vorschlag der AFD für eine Rückkehr zu freien Wechselkursen zu kompliziert wäre. Diese Behauptung ist natürlich ebenso grober Unfug wie die Behauptung, der Wirtschaftsaustausch zwischen den einzelnen Ländern des europäischen Binnenmarktes würde hierdurch behindert. Zur Lösung dieses Problems gab es ja bereits vor Einführung des Euro den ECU, mit dem nicht nur die zwischenstaatliche Verrechnung europaweit hervorragend funktionierte, sondern auch der gegenseitige Handel der Banken und aller über Deutschlands Grenzen hinweg wirtschaftenden privaten Unternehmen. Der einzige Vorteil des Euro für uns normale Bürger bestand genau betrachtet ja nur darin, quasi an allen Würstchenbuden Europas mit der gleichen Währung bezahlen zu können. Beim Grenzübergang war die Geldwechselei zwar etwas lästig, die Schlauen aber wechselten die DM erst später und oft genug dann sogar zu günstigerem Kurs als dem offiziell gültigen.

    Die Einführung des Euro hatte in Wahrheit ganz andere Gründe als eine Erleichterung der Bürger, sondern war, wie sich nun erst richtig herausstellt und auch gar nicht mehr bestritten wird, die reichlich teure bzw. auf Dauer für uns Deutsche unbezahlbare Eintrittskarte in endlich volle Souveränität nach der Wiedervereinigung. Daß dies uns eines Tages derart teuer zu stehen kommen sollte wie jetzt absehbar wird, war damals bei Einführung des Euro von unserer Regierung aber wohl noch nicht in voller Tragweite absehbar gewesen – gleichwohl, gefragt wurden wir Bürger wohlweislich nicht, denn ein Verzicht auf unsere DM wäre zumindest damals von der überwiegenden Mehrheit unseres Volkes strikt abgelehnt worden.

    Hier nun der Klartext zum ECU, an den sich die meisten von uns wohl nicht mehr so recht erinnern mögen:

    Die unter dem Namen ECU bekannte Europäische Währungseinheit wurde 1979 als Verrechnungsgröße im Europäischen Währungssystem (EWS) eingeführt, wohlgemerkt auch unter Einbezug Englands. Diese grenzüberschreitende Verrechnungwährung diente als Bezugsgröße für die ansonsten am realen Markt ausgerichteten Wechselkurse aller Mitgliedsländer sowie der Verrechnung bei gegenseitigen Finanzoperationen und war auch Zahlungsmittel und Reserveinstrument der einzelnen EWS-Zentralbanken untereinander. Auch die privaten Geld- und Kapitalmärkte machten bei Vergabe von Anleihen und zur Abwicklung von Bankgeschäften Gebrauch vom ECU, weiterhin aber auch international operierende Unternehmen zu internen Verrechnungszwecken.

    Der ECU (European Currency Unit) wurde letztlich insbesondere auf das Drängen Frankreichs quasi als Bedingung für die Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands am 1. Januar 1999 im Verhältnis 1:1 durch den Euro ersetzt mit EU-Verordnung 1103/97, leider unter vollständigem Fortfall des bis dahin geltenden Wechselkursmechanismus, der den einzelnen Ländern der EU bis dahin noch eine eigenständige Geldpolitik erlaubt hatte. Damit begann imgrunde das ganze währungspolitische Elend der EU vornehmlich zu Lasten Deutschlands, wie sich nun bereits deutlich herausgestellt hat und voraussichtlich unaufhaltsam weiter herausstellen wird mit absehbar schädlichen wirtschaftlichen Folgen nicht nur für unser Staatswesen, sondern auch für die Idee eines friedlich geeinten Europas!

    An den für Deutschland bereits entstandenen Lasten wird sich leider nichts mehr ändern lassen, wohl aber an deren künftiger Ausuferung. Es müssen eben wieder unterschiedliche Wechselkurse her, weder Urlaubsfahrt noch unsere Wirtschaft würde davon ernsthaft behindert werden. Deutsche Waren wurden und werden nämlich nicht gekauft wegen irgendwelcher Wechselkurse, sondern wegen deren Technologie und Qualität, zuverlässiger Funktion und Service sowie dauerhaft gesicherter Ersatzteilbeschaffung. Genau dafür steht auch die Bezeichnung Made in Germany.

    Unser Exporterfolg war daher zu keiner Zeit abhängig vom Euro, weder innerhalb Europas, und erst recht nicht weltweit. Alle diesbezüglichen Unkenrufe sind reine Volksverdummung und leider bis heute erfolgreich ! Die letzte Wahl hat dies deutlich gezeigt.

    Aber es gibt noch andere tiefere Gründe für die derzeit sichtbar werdende Sonderbehandlung Deutschlands seitens unserer inzwischen befreundeten europäischen Nachbarn und den USA – ausgenommen ausgerechnet die Nation Polens, mit der uns seit der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages von 1970 unser bisher einziger Friedensvertrag nach dem 2ten Weltkrieg verbindet, wobei der Dank gebührt einem Willi Brandt und Egon Bahr.

    Genauer: Deutschland hat bis heute mit den anderen Nationen des freien Westens keinen gültigen Friedensvertrag. Jede öffentliche Frage danach gilt als politisch inkorrekt und ist daher verpönt, um sich nicht einer belehrenden Rückschau auf die Verbrechen der Nazi-Zeit auszusetzen. Dies ist aber auch die Ursache dafür, daß ein wirklich gleichberechtigtes und selbstbewusstes Auftreten Deutschlands in der Völkerfamilie dieser Welt noch nicht wieder möglich ist. Wir müssen das wohl leider auch noch längere Zeit akzeptieren angesichts dessen, was unsere Nation vor nun 68 Jahren angerichtet hat, wenn wir nicht einen äußerst peinlichen „Geschichtsunterricht“ durch unsere atlantischen und europäischen Freunde riskieren wollen.

    Ganz anders erging es den im 2ten Weltkrieg mit Deutschland verbündeten Kriegsteilnehmern Italien und Japan und Österreich. Italien erhielt seinen Friedensvertrag mit sämtlichen Alliierten bereits mit Vertrag von Paris im Jahre 1947, also unmittelbar nach dem Krieg, und Japan bereits seit 1952 mit dem Vertrag von San Franzisco seitens 49 ehemals überfallenen Nationen, wenn auch mit Ausnahme Russland und China.

    Der leider sehr einleuchtende Grund für die abweichende Behandlung Deutschlands dürfte wohl sein, daß weder Italien noch Japan als Nation Juden vergast haben, so schlicht ist das wohl leider zu sehen. Dieser damals wie heute unfassbare Schandfleck auf der jüngeren Geschichte unserer Nation wird wohl auch in den kommenden 100 Jahren leider nicht zu tilgen sein.

    Mit einem blauen Auge davon gekommen ist Österreich mit seinem Staatsvertrag von 1955, da war das Auseinanderhalten von Schandtat als Nation und Bevölkerung wegen nicht mehr bestehender Zugehörigkeit zum Dritten Reich für die Alliierten wohl intellektuell überfordernd. Merkwürdig bleibt der Sonderweg der Alliierten in der Causa Österreich auf jeden Fall. Hier war für Österreich wohl der genial rettende Ausweg die Umkehrung des bekanntesten Spruchs aus seiner Geschichte „Bella gerant alii, tu felix Austria nube“ gleichkommend einer einseitig fristlos ausgesprochenen Scheidung Österreichs von Deutschland nach dem gemeinsam verlorenen Krieg.

    Ohne Scheuklappen besehen sind die heutigen Folgen unseres Beitritts zum Euro nichts anderes als nachgeschobene Reparationszahlung für den verlorenen 2ten Weltkrieg, lediglich nachgeholt in Form einer Kompensation der seitens der USA gegen den Willen Frankreichs (Mitterand) und Englands (Thatcher) erteilten Erlaubnis zu unserer Wiedervereinigung.
    Das Bedauerliche hierbei: Ein regelrechter Friedensvertrag wurde und wird uns trotzdem nicht zugestanden. Leider ist daher auch im Wahlkampf jede Diskussion über diese Hintergründe unserer Geschichte nicht zu verwenden, sonst geriete man übergangslos in die rechtsnationale Ecke.

    Und fairerweise muß man auch einräumen, daß Helmut Kohl mit Sicherheit auch noch einen höheren Preis für die Wiedervereinigung gezahlt hätte. Oskar Lafontaine sah das anders und äußerte dies bekanntlich ohne Rücksicht auf bestehende Ressentiments, was dann auch der eigentliche Beginn seines politischen Abstiegs war.

    So ist das eben, alle Dinge haben auch ihre tieferen Wurzeln. Ansonsten müssen wir Europäer zurückkehren zu einem Europa der Vaterländer. Im Rahmen des heute Möglichen sollten wir aber die derzeit vor allem für unser Land wild ausufernden, von unsinniger Gleichmacherei ausgehenden materiellen Schäden wenigstens auf ein vernünftiges Maß beschränken. Hierzu ist die Alternative für Deutschland in sachlich kluger und damit vertretbarer Wortwahl und Argumentation angetreten.

  2. Es gibt derzeit schon zwei Parallelwährungen in Europa:
    – den Sardex in Sardinien, der von Kleinunternehmern initiiert wurde, http://derstandard.at/1381373591951/Auf-Sardinien-rollt-statt-des-Euro-der-Sardex
    – den Euro und den Dollar in der Türkei, schrieb ein Leser-Kommentator zu obigem FAZ-Artikel. Verträge werden dort angeblich häufig in Euro oder Dollar abgeschlossen.

    Ich empfehle die Videos von Prof. van Suntum, er kann sehr gut erklären.

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